Reparatur
Kratzer im Parkett entfernen: Was wirklich hilft
Von PenRose Parkettgestaltung ·

Kratzer gehören zu einem Holzboden wie Falten zu einem Gesicht – ganz vermeiden lassen sie sich nicht. Viele lassen sich aber gut ausbessern. Welche Methode passt, hängt von zwei Fragen ab: Wie tief ist der Kratzer? Und ist Ihr Parkett geölt oder lackiert?
Erst prüfen: Wie tief ist der Kratzer?
- Nur in der Oberfläche: Der Kratzer ist hell oder weißlich, mit dem Fingernagel spüren Sie kaum etwas. Hier ist nur Öl oder Lack verletzt.
- Bis ins Holz: Der Fingernagel bleibt hängen, die Holzfaser ist angeritzt.
- Delle oder Macke: Das Holz ist eingedrückt oder ein Stück ist ausgebrochen.
Feine Kratzer in geöltem Parkett
Geölte Böden sind beim Ausbessern dankbar. Reinigen Sie die Stelle, reiben Sie etwas Pflegeöl oder das passende Bodenöl mit einem fusselfreien Tuch ein und nehmen Sie den Überschuss nach einigen Minuten wieder ab. Bei rauen Kratzern hilft vorher ein feines Schleifvlies – immer in Faserrichtung. Weil Öl ins Holz einzieht, entsteht kein sichtbarer Rand.
Kratzer in lackiertem Parkett
Bei lackierten Böden ist das Ausbessern schwieriger, weil der Lack eine geschlossene Schicht bildet. Sehr feine Kratzer lassen sich mit einem Pflegemittel für versiegeltes Parkett kaschieren. Für einzelne tiefere Kratzer gibt es Reparaturstifte und Hartwachs in Holzfarben. Ein Reparaturset aus dem Fachhandel enthält meist mehrere Farbtöne zum Mischen, ein Schmelzgerät und einen Spachtel.
Ist die Fläche großflächig verkratzt, sieht man jede Einzelreparatur. Dann ist ein Recoat mit neuer Lackschicht die sauberere Lösung.
Dellen ausdämpfen
Eingedrückte Holzfasern lassen sich bei massiven, geölten oder unbehandelten Böden oft wieder aufrichten: ein feuchtes Baumwolltuch auf die Delle legen und kurz mit dem Bügeleisen erhitzen. Der Dampf lässt die Fasern quellen. Danach trocknen lassen, fein anschleifen und nachölen. Bei Lack und bei Fertigparkett mit dünner Deckschicht ist Vorsicht geboten – Lack oder Furnier können Schaden nehmen.
Tiefe Kratzer und Macken
Tiefe Macken füllen Sie mit Hartwachs im passenden Farbton: Wachs schmelzen, einfüllen, nach dem Abkühlen bündig abziehen. Das hält gut, bleibt bei genauem Hinsehen aber sichtbar. Ist ein Stab gesplittert oder stark beschädigt, tauschen wir ihn aus. Das geht bei verklebtem Parkett und bei Dielen meist, ohne den Rest des Bodens anzufassen – mehr dazu bei Parkett reparieren.
Wenn der ganze Boden zerkratzt ist
Sind Kratzer überall, lohnt sich keine Einzelbehandlung mehr. Ist nur die Oberfläche betroffen, reicht ein Recoat mit einem Schleifgang. Gehen die Kratzer ins Holz, schafft ein Grundschliff eine völlig neue Oberfläche. Was das kostet, lesen Sie unter Parkett abschleifen: Kosten.
Sind Kratzer normale Abnutzung?
Feine Kratzer und matte Laufwege entstehen bei jedem genutzten Holzboden. Sie sind ein Zeichen von Leben, kein Mangel. Tiefe Kerben, Dellen von Absätzen oder Rillen von Stuhlrollen lassen sich dagegen gut vermeiden.
Kratzern vorbeugen
- Filzgleiter unter alle Möbel, die bewegt werden
- Fußmatten an den Eingängen, damit kein Sand ins Haus kommt
- Weiche Rollen oder eine Schutzmatte unter dem Bürostuhl
- Krallen von Hunden kurz halten
- Möbel tragen statt schieben


